Geschichte

Einige Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erfolgte die Gründung des Krieger- und Veteranenvereins Altenerding am 10. November 1874. Gleich nach der Gründung entschloss man sich, eine Fahne, die einen goldenen Löwen zeigt, zu kaufen.

Im darauf folgenden Jahr, am 23. Mai 1875 wurde die für 325 Gulden erworbene Fahne geweiht. Sie sollte einerseits ein Wahrzeichen tiefster Dankbarkeit gegenüber den im Krieg gebliebenen Kameraden und andererseits den künftigen Generationen Zeichen der Mahnung sein.

 

Am 8. Oktober 1899 feierte man das 25-jährige Gründungsfest und aus einer Aufzeichnung aus diesem Jahre ist zu ersehen, dass der Verein damals 53 Mitglieder hatte. Neben den üblichen Generalversammlungen und Christbaumfeiern kam man insbesondere zu den sogenannten Knödelpartien zusammen und tauschte Erinnerungen aus Kriegszeiten aus. Nicht unerwähnt bleiben darf hier der damalige Baron von Fröhlich, der als großer Gönner an die bedürftigen Hinterbliebenen von Vereinsmitgliedern Unterstützungsgelder zahlte.

 

Im Jahre 1914 mussten dann wieder die wehrtüchtigen Mitglieder ins Feld ziehen und so manches Mal stand die Fahnenabordnung in der Kirche, um eine traurige Pflicht zu erfüllen – Abschied zu nehmen von einem gefallenen Kameraden.
Als dann im Jahre 1918 der Krieg zu Ende war, musste man eine traurige Bilanz ziehen: Aus der Gemeinde Altenerding blieben 75 Soldaten im Felde, gestorben für das Vaterland.

 

Bis 1933 gehörte der Verein dem bayerischen Kriegerbund an. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde allgemein in Deutschland der Kyffhäuserbund als übergeordnetes Organ der Kriegervereine geschaffen, dem sich auch Altenerding anschloss. Der Kyffhäuserbund zahlte an Mitglieder die über 70 Jahre alt und Soldat waren, einen Ehrensold von monatlich zehn Mark. Aufgebracht wurden diese Gelder durch die Vereine.

 

Dann kam der zweite Weltkrieg. Wieder musste des Öfteren die Fahne bei so manchem Requiem in der Kirche ihre traurige Pflicht erfüllen. Die Gemeinde verlor in diesem Krieg 146 Männer (93 Gefallene und 53 Vermisste). Nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 durfte auch der Kriegerverein, wie alle anderen Vereine, seine Vereinstätigkeit zunächst nicht wieder aufnehmen.

 

Erst im Jahre 1952 entschloss man sich, den Verein wieder neu ins Leben zu rufen. Josef Burgholzer, Josef Elsenberger und Josef Widl waren damals die treibenden Kräfte, die immer wieder darauf hinwiesen, die alte Tradition zu erhalten und mit der Vereinstätigkeit wieder zu beginnen. Der damalige Bürgermeister der Gemeinde Altenerding, Nikolaus Döllel, leitete die Versammlung, bei der man über das Weiterbestehen des Vereins beriet. Den Grundstein legten

25 Männer, die sich in die aufgelegte Mitgliederliste eintrugen. Die Führung des Vereins übernahm Josef Meier. Noch im gleichen Jahr stieg die Mitgliederzahl auf 151 an. An den Verein trat nun ein großes Problem heran, denn das Kriegerdenkmal durfte nicht mehr erweitert werden. Man fühlte sich jedoch verpflichtet, auch den Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges eine gebührende Ehrenstätte zu geben. So beschloss man also, ein neues Kriegerdenkmal zu bauen. Trotz vieler Schwierigkeiten wurde schließlich der vom Baurat Wimmer aus Dorfen erstellte Plan genehmigt. Der Kameradschaftshilfe und den Spenden vieler Bürger war es zu verdanken, dass nun diese ehrenvolle Stätte erbaut werden konnte. Erwähnt werden darf hier besonders der unter der Führung von Hans Bruckmeier und der Spielleitung von Martin Obermeier stehende Theaterverein, der die Einnahmen von vier Theaterabenden zur Finanzierung des Denkmals zur Verfügung stellte. Auch die Jagdgenossenschaft unter Franz Stimmer verzichtete auf den Jagdpachtschilling zu Gunsten des Denkmals.

 

Am 5. Juni 1955 konnte das neue Kriegerdenkmal eingeweiht werden. Die Organisation dieses Festes übernahm mit viel Umsicht Hans Scheidl. Viele Vereine aus nah und fern nahmen an der Einweihung teil und so mancher gedachte mit Wehmut der Kameraden, mit denen er Schulter an Schulter im großen Heer der deutschen Wehrmacht gekämpft hatte und die ihr Leben frühzeitig für das Vaterland lassen mussten. Es ist angebracht, an dieser Stelle einen besonderen Dank an Frau Elisabeth Lautner auszusprechen, die mit viel Liebe das Kriegerdenkmal über Jahre hinweg gepflegt hat.

 

Während man am 29. Juni 1963 das 90-jährige Bestehen des Vereins groß mit einer Fahnenweihe feierte,

 

 

 

ging das 100-jährige Vereinsjubiläum erstaunlicherweise ohne besondere Festlichkeiten vorüber. In den folgenden Jahren musste leider immer häufiger Abschied von Kameraden am offenen Grab genommen werden. Zum Glück fanden aber auch in Altenerding immer mehr Reservisten und Soldaten der Bundeswehr den Weg zum Kriegerverein. Dies hatte zur Folge, dass man den Namen des Krieger- und Veteranenvereins in Krieger- und Soldatenkameradschaft Altenerding umänderte. Besonders erfreulich ist, dass zwischen den kriegsgedienten Kameraden und den jungen Mitgliedern des Vereins der Geist echter Kameradschaft herrscht.

 

Das 110-jährige Bestehen des Vereins wurde vom 21. - 24. Juni 1984 mit einer großen Fahnenweihe gefeiert, an der zahlreiche Vereine aus der Umgebung teilnahmen. Der Höhepunkt des Festes war die Weihe der neuen Fahne, die mit einem großen Festumzug durch Altenerding, bei der vier Kapellen und Spielmannszüge teilnahmen, beendet wurde. Zu dieser Zeit durfte sich der Vorstand Sebastian Kappelmeier über 350 Mitglieder im Verein freuen.

Im Juli 1984 beteiligte sich eine Abordnung des Vereins, in Originaluniformen gekleidet, am "historischen Festzug" der Freiwilligen Feuerwehr Altenerding mit einem fahrbaren Leiterwagen aus dem 19. Jahrhundert.

Am 6. Oktober 1984 fand das Patendanken an die Erdinger Kameraden statt.

 

Seit 1985 wird regelmäßig am jeweils ersten Donnerstag des Monats ein Kameradschaftsabend abgehalten, der ursprünglich so genannte "Stammtisch".

 

Am 15.03.1987 beschloss der Verein, auf die bisherige, jährliche Frühjahrsversammlung zu verzichten und man einigte sich am 15.11.1987 darauf, die Neuwahlen nur noch im Dreijahres-Turnus abzuhalten.

 

Anlässlich der 1200-Jahrfeier Altenerdings nahm am 17.07.1988 die KSK Altenerding am historischen Festzug mit einem selbst entworfenen Festwagen teil, der das Motto "Gerichtsbarkeit im Mittelalter" trug.

 

Am 21.08.1991 verstarb Sebastian Kappelmeier, der seit 1977 das Amt des ersten Vorstands bekleidete und davor sechs Jahre als zweiter Vorstand tätig war.

Im selben Jahr, am 21. Oktober, kam der Kriegerverein Erding zum Patenbitten nach Altenerding ins Vereinslokal Adlberger.

 

Als neuer Vorstand wurde Hans Zweck in der Jahreshauptversammlung am 15.02.1992 gewählt, der seit 1978 das Amt des zweiten Vorstands inne hatte.

Von nun an wird an die Mitglieder ein Jahresprogramm verteilt, in dem sie sich über die jeweiligen Aktivitäten des laufenden Jahres informieren können.

 

Das 120-jährige Bestehen feierte die KSK Altenerding am 29.10.1994 mit Ansprachen, Gedenken, Ehrungen und einem festlichen Essen im Gasthaus Adlberger.

 

Am 16.02.1997 wurde ein Handböller angeschafft, den Alfred Krämer oder Josef Geißler bei Beerdigungen von Mitgliedern bedienen.

Das 125-jährige Bestehen wurde am 30.10.1999 mit einem Gottesdienst in der Altenerdinger Kirche und einem abschließenden Essen in der Vereinsgaststätte Adlberger begangen, bei dem verdiente Mitglieder geehrt wurden.

 

Am 16.12.1999 wurde die zweite, "alte" Fahne dem Stadtmuseum Erding übergeben.

 

Wegen der Währungsumstellung von D-Mark auf Euro, wurde am 18.11.2001 in einer Mitgliederversammlung der Jahresbeitrag auf sieben Euro und die Aufnahmegebühr, samt Abzeichen, auf acht Euro festgelegt.

 

Am 10.11.2003 beschloss man, auf den bisher jährlich stattfindenden "Vatertagsausflug" zu verzichten und stattdessen eine "Fahrt ins Blaue" im Zweijahres-Rhythmus ins Leben zu rufen.

 

Die 130-Jahrfeier am 30.10.2004, begann mit dem Gedenken der verstorbenen Vereinsmitglieder am Kriegerdenkmal. Im Anschluss daran wurde der Festabend im Adlberger-Saal abgehalten.

 

Am 24.10.2009 konnte der Verein das 135-jährige Vereinsjubiläum begehen. Bei einer Messe wurde den verstorbenen Mitgliedern gedacht und am Kriegerdenkmal wurde ein neues Kreuz aus Metall aufgestellt und eingeweiht. Im Anschluss daran wurde im Vereinslokal Adlberger gefeiert.

 

Am 12.11.2010 ging unserer Verein "online".

Unter www.ksk-altenerding.de wurde die erste vereinseigene Website ins Internet gestellt, auf der sich Mitglieder, Freunde und Interessierte über das Vereinsleben informieren können.

 

Für die jährlichen Sammlungen, die der Deutschen Kriegsgräberfürsorge zu Gute kommen, wurde der Verein am 13.12.2010 zum Dank mit einer Ehrenurkunde geehrt.

 

Zur Einweihung des neu gestalteten Hofmarkplatzes am 10.07.2011 hat unserer Verein an dieses Festlichkeiten einen Weinstand betreut und dabei historische Bilder und die Kanone ausgestellt.

 

Das 140-jährige Bestehen wurde am 25.10.2014 mit dem Gedenken an die verstorbenen Kameraden am Kriegerdenkmal, einem Gottesdienst in der Altenerdinger Kirche und einem abschließenden Essen in der Vereinsgaststätte Adlberger begangen. Oberbürgermeister Max Gotz gratulierte der KSK und wies darauf hin, dass der Verein einen wichtigen sozialen Auftrag in unserer schnelllebigen Gesellschaft erfülle.

 

Am 18.03.2016 trat Hans Zweck nach 24 Jahren als 1.Vorstand zurück und übergab die Führung an Alfred Krämer. Hans Zweck wird jedoch bis zur Wahl 2019 als 3.Vorstand zur Verfügung stehen. Als Anerkennung für seine langjährige Tätigkeit in der Vorstandschaft der KSK-Altenerding, wurde Hans Zweck zum Ehrenmitglied ernannt.